Seminar für Fachpersonen

Kindheit und Trauma im Film 2: Charles Laughton: Die Nacht des Jägers (Original: The Night oft he Hunter)

Zeit: 17.00 - 20.30 Uhr (vier Einheiten zu je 45 Minuten

In Fortsetzung des ersten Teils dieser Reihe soll ein Spielfilm, der heute unter die stilistisch bedeutendsten Filme aller Zeiten gezählt wird, als Beispiel dafür dienen, was dieses künstlerische Medium für die Darstellung innerpsychischer Vorgänge leisten kann. Der Film erzählt von Einengung, Verzweiflung und Angst, aber auch von Hoffnung, Zuversicht und dem Gefühl, sich auf andere Menschen verlassen zu können.

Charles Laughtons einziger Spielfilm The Night oft he Hunter aus dem Jahr 1955 basiert auf dem gleichnamigen Roman des amerikanischen Schriftstellers Davis Grubb. Er erzählt die Geschichte des psychopathischen Wanderpredigers Harry Powell (Robert Mitchum in seiner vielleicht eindringlichsten Rolle), der sich in seiner Gier nach Geld, das aus einem Raubüberfall stammt, an eine junge Witwe und ihre beiden Kinder heranmacht.

Nach dem gemeinsamen Betrachten des Films sollen Aspekte des formalen Aufbaues, der erzählerischen Strategie und der psychologischen Schlüssigkeit erörtert werden. Vor allem aber soll es um Fragen kindlicher Resilienz gehen? Wie gehen Kinder mit Bedrohungen um? Womit identifizieren sie sich in Situationen größter Angst? Welche Rolle kann Geschwisterlichkeit im Ertragen schwerer Verluste spielen? Wie hilfreich kann das kindlich Metaphorische, das Märchenhafte, im Umgang mit der erschreckenden Realität sein?

Referent: Prim. Dr. Paulus Hochgatterer
Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapeut. Schriftsteller.
Von 2007 bis 2025 ärztlicher Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Tulln/NÖ.
Lehr- und Vortragstätigkeit, u.a. an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Filmakademie).

Die Veranstaltung ist vom Berufsverband Österreichischer PsychologInnen (BÖP) als Fort- und Weiterbildungsveranstaltung gemäß § 33 Psychologengesetz 2013 mit 4 Einheiten anerkannt.



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